Dr. Harald Gapski

Grimme-Institut, Marl

Harald Gapski

Inmitten „algorithmischer Sozialmaschinen“: Modell und Metapher für die kritische Medienbildung?

Die Datafizierung des Alltags und der Einsatz von Algorithmen in sozialen Entscheidungsprozessen prägen zunehmend Lebenswelt und Gesellschaft. Kritische Lern- und Bildungsangebote über die damit in Verbindung stehenden gesellschaftlichen Veränderungen leisten einen Beitrag zur „Digitalen Aufklärung“ und Selbstbestimmung.
Das Vorhaben will in diesem Zusammenhang das Konzept und die Metapher von der „algorithmischen Sozialmaschine“ aufgreifen und für die kritische Medienbildungspraxis entwickeln. Als ein erklärendes Modell fließen in diesem Begriffskonzept anwendungsorientierte Erfahrungen der Web Science sowie Ergebnisse der Critical Data Studies und der Science and Technology Studies zusammen.
Als Metapher eröffnet die „Sozialmaschine“ vielfältige Projektions- und Reflexionsflächen, um Phänomene und Prozesse der Datafizierung zu hinterfragen. Wird dieses metaphorische Konzept dekonstruiert, so stellen sich normativ-ethische Fragen nach dem zugrundeliegenden Menschenbild und nach der Vorstellung der sozialen Welt als Maschine.
Im Ergebnis liefert ein konzeptionelles Essay mit Visualisierungen Einblicke in den ‚Maschinenraum‘, in dem ein ‚Generator‘ Fragen für die kritische Medienbildungspraxis erzeugt.

Forschungsschwerpunkte

  • Digitale Kompetenzen
  • Theorien der Medienbildung
  • Big Data
  • Scoring

Lebenslauf

Leitung Forschung am Grimme-Institut, Mitarbeit in Projekten des Grimme-Forschungskollegs an der Universität zu Köln

Zuvor Leitung Projektentwicklung ecmc (1997-2010),

Studium der Kommunikationswissenschaft, Philosophie (Universität Essen) und Fulbright-Stipendiat an der New School (NYC).

Vorträge und Veröffentlichungen

Gapski, Harald (im Druck): Politische Bildung in der „algorithmischen Sozialmaschine“ und die neue digitale Aufklärung. In: Wochenschau Sonderheft, Digitalisierung und Politikunterricht.

Gapski, Harald (2021): Künstliche Intelligenz (KI) und kritische Medienbildung. https://digid.jff.de/kuenstliche-intelligenz-und-kritische-medienbildung-harald-gapski/

Gapski, Harald; Packard, Stephan (Hrsg.)(2021): Super-Scoring? Datengetriebene Sozialtechnologien als neue Bildungsherausforderung, München. Volltext (open access): www.grimme-forschung.de/fileadmin/Grimme_Nutzer_Dateien/Institut/Dokumente/SR-DG-NRW_06-Super-Scoring.pdf

Gapski, Harald (2019): Mehr als Digitalkompetenz. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 69. Jg, 27-28, S. 24-29. Volltext (open access): www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/APuZ_2019-27-28_online_0.pdf

Gapski, Harald / Tekster, Thomas / Elias, Monika (2018): Bildung für und über Big Data. Gutachten im Rahmen von ABIDA – Assessing Big Data. Marl: Grimme-Institut. Volltext (open access): www.abida.de/sites/default/files/Gutachten_Bildung.pdf

Gapski, Harald (2018): Big Data und Soziale Arbeit. Kontexte, Beispiele und Perspektiven aus einer kommunikationswissenschaftlichen Sicht. In: Hammerschmidt, Sagebiel, Hill & Beranek (Hrsg.): Big Data, Facebook, Twitter & Co. und Soziale Arbeit. Weinheim, Basel: Juventa. S. 75-94.

Gapski, Harald / Oberle, Monika / Staufer, Walter (Hrsg.) (2017): Medienkompetenz. Herausforderung für Politik, politische Bildung und Medienbildung. bpb Schriftenreihe Bd. 10111. Bonn. Volltext (open access): www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/10111_Medienkompetenz_ba.pdf

Gapski, Harald (2017): 1.0, 2.0, 3.0 und 4.0 – und was zählt die Medienbildung? In: Sabine Eder / Claudia Mikat / Angela Tillmann (Hrsg.): Software takes command. Herausforderungen der „Datafizierung“ für die Medienpädagogik in Theorie und Praxis. Schriftenreihe Schriften zur Medienpädagogik, Band 53. München: kopaed. S. 35-48.

Gapski, Harald (2015)(Hrsg.): Big Data und Medienbildung. Zwischen Kontrollverlust, Selbstverteidigung und Souveränität in der digitalen Welt. (=Schriftenreihe zur Digitalen Gesellschaft NRW, Band 3). München/Düsseldorf. Volltext (open access): urn:nbn:de:0111-pedocs-116340, www.pedocs.de/frontdoor.php

Dr. Harald Gapski

Grimme-Institut, Marl

Fellow at CAIS from October 2022 to March 2023