Dr. phil. Moritz Cordes

Universität Regensburg

Moritz Cordes

Sprechakte in der Künstlichen Intelligenz

Ein Ziel starker künstlicher Intelligenz (KI) besteht darin, einen Computer zu programmieren, der (nach Alan Turing) in seinem Dialogverhalten von einem Menschen ununterscheidbar ist.  In der sprachlichen Interaktion entscheidet sich, ob wir ein Gerät als intelligent ansehen. Allerdings gibt es in Forschung und Gesellschaft ein Defizit: Selten wird eine Konzeption von Sprechakten als entscheidender Faktor für „Intelligenz“ angesehen. Das Forschungsprojekt will ergründen, (i) welche Arten von Sprechakten sowie (ii) welche damit verknüpfte Regeln als Basis für ein intelligentes Dialogsystem dienen können. Der Schwerpunkt liegt auf erkenntnisorientierten Sprechakten: Um Erkenntnis zu erlangen und diese einzusetzen, machen wir Annahmen, ziehen bereits als wahr Erkanntes an; wir behaupten, bestreiten, bezweifeln, definieren, enthalten uns eines Urteils, folgern, fragen, konstatieren, postulieren und vermuten. Einige dieser Sprechakte sind bereits in formallogischen Rahmenwerken wohlreguliert. Wie aber ergänzt man sie und kombiniert sie in kohärenter Weise? Und welche Art von Intelligenz resultiert dann?

Forschungsschwerpunkte

  • Sprechakttheorie
  • Künstliche Intelligenz
  • Begriffsbildung
  • Natürliches Schließen
  • Fragelogik

Lebenslauf

  • 2003-2008: Studium der Philosophie, Mathematik sowie Ur- und Frühgeschichte in Greifswald und München (LMU).
  • 2009: Promotionsvorbereitender Aufenthalt an der Stanford University.
  • 2015: Promotion über eine Arbeit zum Begriff der Scheinprobleme (Greifswald).
  • 2017-2020: PostDoc-Forschungsprojekt zur Fragelogik.
  • 2008-2022: Forschungs- und Lehrtätigkeit and den Universitäten Greifswald (2008-2020) und Regensburg (2021-2022).

Veröffentlichungen und Vorträge

(Auswahl)

M. Cordes, „Pseudosentences, Auto-Misunderstanding, and Formalization“, in: A. Mauz; C. Tietz (eds.), Akten zur 4. Jahrestagung NHI: Missverstehen – zu einer Urszene der Hermeneutik (im Erscheinen).

M. Cordes (ed.), Asking and Answering: Rivalling Approaches to Interrogative Methods. Narr/Francke/Attempto: Tübingen, 2022. Online verfügbar.

M. Cordes, „Calculizing Classical Inferential Erotetic Logic“, Review of Symbolic Logic, 14.4 (2021): 1066-1087. Online verfügbar.

M. Cordes & G. Siegwart, „Explication“, in: J. Fieser; B. Dowden (eds.), Internet Encyclopedia of Philosophy (2018). Online verfügbar.

F. Reinmuth & M. Cordes, „Commentary and Illocutionary Expressions in Linear Calculi of Natural Deduction“, Logic and Logical Philosophy, 26 (2017): 163-196. Online verfügbar.

M. Cordes, Scheinprobleme – Ein explikativer Versuch. Dissertationsschrift. Universität Greifswald, 2016. Online verfügbar.

M. Cordes, „Freges Urteilslehre: Ein in der Logik vergessenes Lehrstück der Analytischen Philosophie“, Vortrag im Rahmen der Sektion Logik des XXIII. Deutschen Kongresses für Philosophie, Münster. (2014) Online verfügbar.

F. Reinmuth & M. Cordes, Ein Redehandlungskalkül. Ein pragmatisierter Kalkül des natürlichen Schließens nebst Metatheorie. (2010; Version 2.0: 2011) Online verfügbar.

Dr. phil. Moritz Cordes

Universität Regensburg

Fellow at CAIS from October 2022 to March 2023