Im Rahmen der DACH Nachwuchs-Akademie, die in diesem Jahr vom 23. bis 27. Februar in Leipzig stattfindet, stellt Sabine Schermeier vom CAIS-Forschungsprogramm „Bildungstechnologien & Künstliche Intelligenz“ Teilergebnisse ihrer zweiten Dissertationsstudie vor. Diese befassen sich mit dem Einfluss der Gruppengröße auf hybride Zusammenarbeit in Kleingruppen. Ihr Vortrag findet am 24. Februar von 11:30 bis 13:00 Uhr im Haus 3, Raum 223, statt.
Über die Studie
Hybride Kleingruppenarbeiten, bei denen Lernende vor Ort gemeinsam mit online zugeschalteten Teilnehmer:innen arbeiten, gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie flexible und inklusive Lerngelegenheiten ermöglichen. Allerdings entfalten sich die Vorteile kollaborativen Lernens in hybriden Settings nicht immer vollständig. Erste Studien zeigen, dass online zugeschaltete Lernende häufig ein geringeres affektives Engagement verspüren, sich isoliert fühlen und sozial weniger eingebunden sind. Andere Forschungsergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass hybride Settings im Vergleich zu reinen Remote-Szenarien, bei denen alle Lernenden online zugeschaltet sind, hinsichtlich der wahrgenommenen sozialen Eingebundenheit und Präsenz Vorteile bieten.
Der Forschungsstand ist bisher begrenzt und uneinheitlich, weshalb es sinnvoll ist, potenzielle Einflussfaktoren hybrider Kollaboration genauer zu untersuchen. Ein bislang wenig erforschter Faktor ist dabei die Gruppengröße. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, inwiefern die Gruppengröße die Qualität hybrider Kollaboration im Hochschulkontext beeinflusst. Insgesamt 125 Studierende bearbeiteten in Dreier- oder Fünfergruppen eine komplexe Problemlöseaufgabe und bewerteten anschließend die Kollaborationsqualität in Bezug auf ihr sozio-affektives Erleben sowie die kollaborativen Interaktionen. Zusätzlich wurde die Qualität der Gruppenarbeitsprodukte von externen Rater:innen anhand eines standardisierten Rating-Schemas beurteilt.
Über die DACH-Nachwuchsakademie
Die DACH-Nachwuchs-Akademie richtet sich an junge Wissenschaftler:innen an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, die am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn in der empirischen Bildungsforschung stehen. Eingeladen sind sowohl Forschende in der Promotionsphase (Prae-Doc) als auch in den ersten beiden Jahren nach der Promotion (Post-Doc). Die Akademie bietet Raum für Präsentationen, Austausch und Workshops zu einer breiten Palette interdisziplinärer Themen der Lehr-, Lern- und Bildungsforschung.