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Neue Studie zu KI in der Hochschulkommunikation

KI-Einsatz in der Wissenschaftskommunikation etabliert sich, ist aber kaum strategisch

Eine neue Studie von Justus Henke (HoF) und Matthias Begenat (CAIS) zeigt: 84% der Hochschulpressestellen nutzen generative KI regelmäßig – doch die strategische Integration hinkt der operativen Nutzung deutlich hinterher. Die neu entwickelte KIWI-Matrix ("KI in der Wissenschaftskommunikation") macht diese Diskrepanz erstmals systematisch sichtbar.

4. Februar 2026

Die dritte Welle der Befragung unter Pressestellenleitungen deutscher Hochschulen von Justus Henke (Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Matthias Begenat (Leiter der Abteilung Wissenschaftskommunikation am CAIS) dokumentiert eine beispiellose Diffusionsgeschwindigkeit: Während 2023 erst 22% der Hochschulkommunikator:innen Textgenerierungstools nutzten, sind es 2025 bereits 84%. 

Doch die Studie offenbart eine bemerkenswerte Asymmetrie zwischen operativer Nutzung und strategischer Integration: Während 55% generative KI regelmäßig für Textproduktion einsetzen, nutzen nur 5% die Technologie für Zielgruppenanalysen und 3% für Wirkungsmessung. Keine einzige Pressestelle setzt KI zur Entwicklung von Kommunikationszielen ein.

Die neu entwickelte KIWI-Matrix („KI in der Wissenschaftskommunikation“) macht diese Diskrepanz zwischen operativer und strategischer KI-Nutzung systematisch sichtbar. Die Studie liefert zudem Befunde für das Phänomen der „Schatten-KI“. 69% der befragten Kommunikationsleitungen geben an, dass generative KI in ihrer Abteilung vermutlich stärker genutzt wird, als offiziell thematisiert. Mitarbeitende weichen auf kostenfreie Dienste oder privat finanzierte Accounts aus. Die informelle Praxis verhindert dabei einen transparenten und reflektierten Einsatz.

Justus Henke / Matthias Begenat: Generative KI in der Hochschulkommunikation. Ergebnisse der 3. Welle – 2025 (HoF-Arbeitsbericht 135), Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg 2025, 62 S.
https://www.hof.uni-halle.de/web/dateien/pdf/ab135_WEB.pdf