Der Kanal Phoenix war bei den 14- bis 49-jährigen kurzzeitig Marktführer. Bis zu eine Millionen Menschen verfolgten auf den öffentlich-rechtlichen Sender Live die Bundestagsdebatte um das Zustrombegrenzungsgesetz. Durchschnittliche hat der Sender jedoch weniger als ein Prozent Marktanteil, weshalb dieses Ereignis als Quotenwunder gilt. Prof. Christiane Eilders, Wissenschaftliche Direktorin am Center for Advanced Internet Studies (CAIS) erklärt, dass mehrere Faktoren für das Erreichen einer hohen Quote erforderlich sind: das Auftreten von bekannten und wichtigen Personen, Emotionen oder Konflikte. Auch die besondere Wichtigkeit des Themas spielt eine große Rolle. All diese wichtigen Nachrichtenkriterien wurden in der Live-Debatte erfüllt. Zusätzlich können durch die direkte Übertragung durch Phoenix besonders Interessierte die Themen detailliert beobachten und am Geschehen teilhaben. Trotz allem bezweifelt Prof. Christiane Eilders, dass der Sender ein größeres Publikum in Zukunft für sich gewinnen kann, da dafür auch auf andere Formate gesetzt werden müssen. Die jüngere Generation wird durch Humor und kurze, unterhaltsame, Social-Media ähnliche Videos begeistert, währenddessen die ältere Generation und stärker politisch Interessierten von Sonder- und längeren Nachrichtensendungen überzeugt werden. Für die journalistische und politische Kultur, sei Phoenix als Ereignis und Dokumentationskanal dennoch relevant.