Ein aktuelles Porträt stellt Prof. Hendrik Heuer und seine Arbeit am Center for Advanced Internet Studies (CAIS) vor. Im Fokus steht seine Forschung zu Künstlicher Intelligenz und sozialen Medien sowie die Frage, wie Vertrauen in digitale Technologien entstehen kann, obwohl zentrale Funktionsweisen großer Plattformen wie Facebook, TikTok oder YouTube weitgehend intransparent sind.
Der Beitrag macht deutlich, dass Hendrik Heuer KI nicht als unkontrollierbare Blackbox begreift, sondern als gestaltbares Werkzeug. Auch wenn der direkte Eingriff in Plattformen nicht möglich ist, sieht er große Handlungsspielräume „drumherum“ – etwa durch Forschung, kritische Analyse und die Entwicklung unterstützender Tools.
Vertrauen in KI versteht Hendrik Heuer dabei als notwendige Komplexitätsreduktion, die jedoch auf Verstehen, Kontrolle und gemeinsamer Gestaltung mit Nutzer:innen beruhen muss.
Vorgestellt werden mehrere konkrete CAIS-Forschungsprojekte aus dem Forschungsprogramm „Design vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz“. So arbeitet Hendrik Heuer gemeinsam mit Besjon Cifliku an einem Tool, das Journalist:innen dabei unterstützt, große Datenmengen auf Plattformen wie TikTok oder YouTube systematisch zu sammeln und algorithmische Empfehlungssysteme auf mögliche Verzerrungen oder Manipulationen hin zu untersuchen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Investigativjournalist:innen umgesetzt und soll journalistische Recherchen deutlich effizienter machen.
Ein weiteres Projekt stammt von Ricarda Luther, die soziale Bewegungen, darunter feministische Kollektive und Klimaschutzinitiativen, zu ihrer Nutzung sozialer Medien befragt hat. Aufbauend auf diesen Interviews werden technische Lösungsansätze diskutiert, etwa Browsererweiterungen, die Initiativen helfen könnten, Hassrede besser zu filtern und ihre Arbeit in digitalen Räumen sicherer zu gestalten.
Darüber hinaus wird ein Projekt vorgestellt, das Hendrik Heuer gemeinsam mit Jasmin Baake entwickelt. Ziel ist ein Chatbot, der insbesondere Arbeiterkinder und Personen ohne akademische Vorbilder dazu anregen soll, sich niedrigschwellig mit Nachrichten und gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen. Der Ansatz verbindet digitale Technologien mit Fragen von Bildungsgerechtigkeit und demokratischer Teilhabe.
Neben seiner Forschung betont der Beitrag Hendrik Heuers praxisorientiertes Lehrverständnis: Studierende sollen nicht nur aktuelle Forschung kennenlernen, sondern eigene Projekte entwickeln, die sie befähigen, digitale Technologien kritisch zu reflektieren und aktiv mitzugestalten.