Am 18. Februar trafen sich internationale Projektpartner am Centre for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum zu einem strategischen Arbeitsbesuch im Rahmen der Erasmus+-Projekte HEI-TRAIN und SAFE LEARN. Gastgeberin Dr. Tetiana Gorokhova, Gastwissenschaftlerin am CAIS, begrüßte Kateryna Polupanova und Prof. Dr. Zaneta Simanaviciene, um zentrale Zukunftsthemen der Hochschulbildung gemeinsam weiterzuentwickeln.
Im Fokus der Gespräche standen die Stärkung von Innovationskulturen an Hochschulen sowie die verantwortungsvolle Gestaltung der digitalen Transformation. Während das Projekt HEI-TRAIN Hochschulen dabei unterstützt, ein KI-Mindset zu entwickeln und unternehmerisches sowie innovationsorientiertes Denken zu fördern, untersucht SAFE LEARN den Einsatz digitaler Technologien zur Unterstützung von Studierenden in Krisensituationen – mit besonderem Augenmerk auf ethische, traumasensible und nachhaltige Ansätze.
Ein Highlight des Treffens war der strategische Austausch mit Prof. Dr. Feng Liu (Mercer University, Atlanta, USA), der auf Initiative von Dr. Gorokhova zustande kam. Ziel war es, die transatlantische Zusammenarbeit in Forschung und Lehre weiter auszubauen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Die Diskussionen konzentrierten sich insbesondere auf die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Weiterbildung von Führungskräften, die internationale Skalierung von KI-Mindset-Ansätzen, die Förderung unternehmerischen Denkens sowie die Weiterentwicklung verantwortungsvoller und traumasensibler digitaler Lernumgebungen.
Ein zentraler inhaltlicher Anknüpfungspunkt war das Thema studentische Isolation. Während sie im Forschungskontext von Feng Liu vor allem mit exzessivem Gaming und abnehmender persönlicher Interaktion verbunden ist, ergibt sie sich im ukrainischen Kontext häufig aus kriegsbedingter Vertreibung, Migration und anhaltenden Krisensituationen. Trotz unterschiedlicher Ursachen zeigen sich vergleichbare Herausforderungen: eingeschränkte soziale Integration, reduzierte Kommunikation und eine geringere Teilhabe am akademischen Leben.
Vor diesem Hintergrund vereinbarten die Partner, diesen gemeinsamen Forschungsschwerpunkt weiter zu vertiefen und neue Projektideen zu entwickeln. Ziel ist es, studentische Isolation gezielt zu adressieren und gleichzeitig verantwortungsvolle Formen digitalen Engagements zu fördern.
Im Rahmen von SAFE LEARN setzt das CAIS weiterhin auf die Living-Lab-Methodik, um inklusive Ko-Kreationsprozesse zu ermöglichen. Ergänzend werden evidenzbasierte Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz digitaler Bildungstechnologien in der Hochschulbildung entwickelt.