Im Talk in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ ordnete CAIS-Direktorin Prof. Christiane Eilders die fortschreitende Digitalisierung in Deutschland ein und machte deutlich, wie tiefgreifend sie Informationsverarbeitung und Kommunikation verändert. Digitalisierung sei seit Jahren ein viel diskutiertes Thema, mit dem Anspruch, den Alltag zu erleichtern und neue Formen der Teilhabe zu ermöglichen. Beispiele wie die Einführung der E-Mail zeigten, wie stark digitale Innovationen Kommunikation vereinfacht und beschleunigt haben. Gleichzeitig stellte Christiane Eilders die Frage, was mit denjenigen geschieht, die mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten können. Die hohe Innovationsgeschwindigkeit führe dazu, dass viele Menschen den Anschluss verlieren, wenn sie die Vorteile der Digitalisierung für ihr eigenes Leben nicht erkennen oder nutzen können.
Vor diesem Hintergrund betonte Prof. Eilders die zentrale Bedeutung von Bildungsangeboten: Digitale Kompetenzen müssten systematisch in Schulen, Hochschulen und der Erwachsenenbildung vermittelt werden. Gleichzeitig ist auch das Individuum gefordert, diese Angebote anzunehmen und aktiv zu nutzen. Digitalisierung ist kein Selbstläufer, sondern erfordere sowohl strukturelle Unterstützung als auch persönliche Bereitschaft zur Auseinandersetzung.
Neben den Chancen thematisierte Christiane Eilders auch die Risiken der digitalen Transformation. Insbesondere die Verbreitung von Desinformation werde durch digitale Technologien deutlich erleichtert. Falsche oder manipulierte Inhalte ließen sich schneller und überzeugender produzieren und verbreiten, wodurch es zunehmend schwieriger werde, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Dies schwächt langfristig die gemeinsame Informationsbasis und könne das Vertrauen in Medien, Politik und demokratische Prozesse untergraben. Künstliche Intelligenz spiele dabei eine ambivalente Rolle, da sie sowohl zur Verstärkung von Desinformation als auch zu deren Erkennung eingesetzt werden könne.
Mit Blick auf politische Verantwortung machte Prof. Eilders deutlich, dass die Politik durchaus aktiv sei und Gegenmaßnahmen ergreife, auch wenn der Gesetzgeber der technologischen Entwicklung naturgemäß hinterherhinke. Große Hoffnungen lägen vor allem auf Anwendungen, die Routinetätigkeiten erleichtern, sowie auf technischen Lösungen zur Erkennung von Fake News. Entscheidend ist letztlich, gesellschaftlich lernfähig zu bleiben und Wege zu finden, mit der digitalen Welle zu schwimmen, statt von ihr überrollt zu werden.